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Anselm von Canterbury Stiftung
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Institut für philosophisch-theologische

Forschung und Bildung

 
 
Gottesorientierung in der Maßgabe von Ideen

Texte

  • Proslogion Kapitel 18 (Thema: Einheit der Seelenvermögen - „Es sammle aufs neue ihre Kräfte meine Seele“ - und Wesenserkenntnis des Göttlichen in Ideen durch Identität von Teil und Ganzem - „oder ist vielmehr ein jedes von diesen das Ganze, das Du bist?“ – die Vorstellung eines teilbaren Ganzen zugleich berichtigend.)
  • Pros. K 2-5 und das Verhältnis der beiden Kriterienformulierungen der Gotteserkenntnis (quo maius und melius ipsum: Bindung des Gotteserweises an die Aufgabe der washeitlichen Gotteserkenntnis in der Urteilskraft)
  • Monologion K 64-66, K 27-32 und K15  Entsprechung und Anähnlichung in der Arbeit der Seelenkräfte; Ebenbildlichkeit als Anmessung und Bildung der Urteilskraft des Geistes.

Samstag 19.02.2005

Einführung in das „nichtgegenständliche Erkennen“: Welche Möglichkeiten haben wir, welche Wege werden uns von Anselm, Platon oder Kant gewiesen, um das Göttliche, Heilige oder Unbedingte nicht als Gegenstand, nicht als Seinsgegeben-heit für eine Theorie behandeln zu müssen?

Wir müssen Begriffe davon haben, was wir tun, wenn wir uns in Urteilen und Aus-sagen auf Gegenstände beziehen, auf Erscheinungen und Anschauliches. Wir fragen gemeinsam: was ist eigentlich ein Begriff, was Anschauung, was heißt Gegenstand und was sind die Urteilsfunktionen, durch die wir Gegenstände als bestimmt und bestimmbar uns bewußt sein lassen?

Damit ergibt sich zugleich eine kleine Einführung in die Methoden der Selbsterkenntnis durch Arbeit an Begriffen, die wir schon gebrauchen. Wir halten die Ergebnisse unserer Versuche schematisch fest, bleiben begriffs- und sach-orientiert und können so verschiedene Autoren und Werkgruppen vergleichend einbeziehen (haben nicht das Denken eines Menschen zum bloß historischen Gegenstand unseres Verstehens). Die begriffsorientierte Erkenntnisart ist eine der Vernunft in der Suche nach und im Anspruch auf Verbindlichkeit. Die Vernunft ist darin von der Urteilskraft und dem ihr zugehörigen „sensus communis“ begleitet; sie unterscheidet sich in dieser Verbindung mit der Reflexion von den Verhaltens-weisen des urteilenden Verstandes.

Monologion K 64 u.a.; Grenze des Verstandes und der Aussagbarkeit des Göttlichen in Eigenschaften einer Substanz oder als ein einzelnes Subjekt: die Urteilskraft in der Ebenbildlichkeit und Anähnlichung als Gotteserkenntnis bei Anselm von Canterbury. Mitvollzug als Methode und Einführung in die trinitarische Gotteserkenntnis als Einstimmung von Vernunft und Empfinden. Können wir Heideggers Kritik an einem bloß metaphysischen Begriff von Gott, den wir nicht anbeten, vor dem wir nicht singen und tanzen können (vgl. ders. in Identität und Differenz) mit Anselm, Platon und Kant in der Orientierung durch Ideen entsprechen?

Sonntag 20.02.2005

Gottesbeweis und Undenkbarkeit des bloßen Nichtseins; vgl. mit der scheinbar metaphysischen Fragen: Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? (vgl. M. Heidegger, Einführung in die Metaphysik)

Das „aus nichts“ in der creatio ex nihilo und die Beurteilung im Vernunftgrund für die Achtung dessen, was göttlichen Ursprungs ist.

Die von Anselm und Kant her erarbeiteten Einsichten werden nun in ihrer Tragkraft bedacht und Platon mit einbezogen: Was heißt es, sich an Ideen zu orientieren? Was heißt es, etwas in seiner Idee anzunehmen? Von was überhaupt können wir Ideen vernehmen, was in seiner Idee achten, die doch nichts anderes bedeutet als das Selbstsein, das weder nur durch Begriffe oder durch eine Anschauung noch durch eine verstandesgemäße Verbindung von anschauungsbestimmenden Begriffen (wie es Gegenstandserkenntnisse durch Urteile tun) „bedeutet“ werden können. Es ist nicht zufällig, daß wir seit Platon Ideen als die des Guten, des Schönen, des Gerechten oder des Wahren diskutieren. „Platon fand seine Ideen vorzüglich in allem was praktisch ist, d.i. auf Freiheit beruht“ (Kant KrV B371). – Idee, Urteilskraft und ihre Reflexion in den drei Gleichnissen der Politeia. Entscheidungskraft der Vernunft in der Anmessung der Ideen der Gerechtigkeit und der Güte. – Rückbindung an Anselm und das Verhältnis der Einheit der Vermögen der Seele und der Einheit der Ideen für das Selbstseinkönnen als Person in personaler Gemeinschaft – als von den Ideen der Würde, der Achtung, der Verantwortung (als Bedingungen der Einstimmung von Vernunft und Liebe, Vernünfigkeit und Empfindung, Gefühl) geführt und getragen.

Das „Systems der Ideen“ wird durch den Plural von Ideen im Gebrauch als Allgemeinbegriff umgriffen und genannt. Diese Nennung wird aber in der Darstellung selbst berichtigt, da keines der Prinzipien, Bedingungen oder Bestimmungsgründe noch einen Begriff „über sich hat“, sonst wären sie nicht ursprünglich. Idee ist aber ein Begriff neben anderen und hat ihren Ort neben dem Begriff oder dem des Grundes, des Ursprungs, des Vermögens. Diese Darstellung von Orten für die Ideenbedeutung von Begriffen, die wir zum erstenmal in einem öffentlichen Kreis vorstellen werden, birgt ihre eigene Kritik, kann Einheit nur kritisch, nur mit Selbstberichtigung wahren und anweisen. Das durch sie bedeutete und auf den Mitvollzug von Berichtigung und Bildung angewiesene System von Ideen und Vermögen stellt übrigens die einzig mögliche Alternative zu der in sich völlig unzureichend durchgeführten „Wissenschaft der Logik“ von Hegel dar.

Orientierung als Person: Warum bin ich überhaupt ich und nicht vielmehr jemand anders? Bedingungen des Selbstbewußtseins und Zusammenfassung dessen, was wir durch die „Verflechtung der Ideen“ für die Beachtung von nicht zu vernachlässigenden Bedingungen in den Vermögen unserer Seele, unseres Geistes erkennen und verbindlich, d.h. auch handlungsleitend einsehen können.

 


 
 
 

 

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