Institut für philosophisch-

theologische

Forschung und Bildung

 

Anselm von Canterbury Stiftung

Beuron

 

Beuron zu Ostern, 17. April 2006

Jahresprogramm 2006 -2007 des IThB Beuron

Die Initiativprojekte des Instituts ordnen sich um die Gotteserkenntnis in ihrer orientierenden Kraft, der Ebenbildlichkeit im geistigen Vermögen und Verhalten als Personen und der mit ihr in der Erneuerung entspringenden geschichtlichen Verantwortung. Das erste Programm des IThB für 2006 und 2007 enthält zugleich einen Vorblick bis in das Jahr 2009, in dem sich der Todestag Anselms von Canterbury zum 900sten Male jährt. Getreu unserem Namenspatron unterziehen sich die hier am Institut initiierten Arbeiten der Anstrengungen des begrifflichen Denkens und ihrer sich verflechtenden Erkenntnis im geistigen Gedenken. Mit dem Bild der Verflechtung bleiben wir dabei dem Bildlichen im Unbegrifflichen der Begriffsverbindungen, die wir ein- und mitgehen als für das Gottes- wie für das Selbstverhältnis maßgeblich eingedenk.

Anregungen zu Ergänzungen und Kritik sind willkommen. Weitere Termine für Dozenten, die Seminare nach eigenen Planungen durchführen wollen, können gerne mit uns vereinbart werden.

I. Institutsprojekte

a)      Arbeitskreis "Kommentar zu Anselms Proslogion" (persönliche Einladung, Anfragen zur Mitarbeit an die Institutsleitung)

b)      Gottesattribute und Ideen, ihre Verflechtung und Unterscheidung von Kategorien und Gegenständen bei Platon, Anselm, Kant (siehe unter II,1).

c)      Beuroner Eckhart Deutung (vierteljährliche Zusammenkunft in Beuron, regelmäßiger Austausch der Arbeiten; in Kooperation mit der Meister Eckhart Gesellschaft, Würzburg)

d)      Zur unverzichtbar ästhetischen Gestalt in Gottes- und Selbstverhältnissen (Hölderlin-Interpretationen, Dichtungen Paul Celans, Erzählstrukturen in den mythischen und religiösen
Überlieferungen; Bild und Bildkritik im reflexiven Urteilsvermögen; s. u. II,2 und II,4)

e)      Deutungskraft theologischer Einsicht aus dem Hören des Worts (vgl auch II,4), Gedanken zur Deutung biblischer Texte aus ihrer liturgischen Zusammenstellung im Jahreskreis

f)       Lehrbuch des philosophischen Denkens (Publikationsvorhaben; Teilnahme nach Vereinbarung)

g)      Grundlegung der Verfassung in der Idee der Würde des Menschen; Kritik der Werthethik und der Wertbegründung von Recht (vgl. II,10).

 

II. Symposien und Tagungen 2006/2007

1.      29. September 2006 - 3. Oktober 2006: Methodenlehre der philosophischen Erkenntnis.     Platons "Sophistes" und Kants "Kritik der reinen Vernunft" - Ein Vergleich der diakritiké und der Kritik der Vermögen als Methode. Ihre Verfahren der Reinigung, καθαρσις, und der berichtigenden Erkenntnis in der Unterscheidung von Reflexionsbegriffen der Selbigkeit und Verschiedenheit aus der Verflechtung der Ideen gegenüber Kategorien. Sein als δuναμις und das nicht nur Subjektive von Vermögen. Selbstbewußtwerdung der Philosophie in der Einteilungsjagd auf Bestimmungen, was das Unterscheidende und was das Gemeinsame sei, im Verhalten als Sophist, Philosoph und Staatsmann.

2.      Ende Oktober 2006: Kurs "Philosophie auf dem Weg zum Unbedingten" - Eine Einführung.

3.      23. Dezember 2006 - 1. Januar 2007: Ursprung und Schöpfung. Creatio ex nihilo in Anselms  Monologion; der Schöpfungsbericht der Genesis und die erneuernde Ordnung als Gabe des Ursprungs; zur Unterscheidung von Ursprung und Ursache (Kritik der Rede von einer "ersten Ursache"); Reflexionen der Zeitlichkeit in den Strukturen der Dopplung des Anfangs; Strukturvergleich der Priesterschriftlichen Schöpfungsdartellung mit Platons Timaios: Ursprung als Güte; Ursprungsmythen und dichterische Sprache (Hölderlins "Heimkunft" u.a.).

4.      Ostern 2007: Hans-Urs von Balthasar Mysterium Paschale (Karsamstag); Goethes Faust.

5.      Sommer 2007: Martin Heideggers Kantinterpretationen. Transzendentale Einbildungskraft als Grundvermögen und die daran sich entzündende Kritik, nur eine Grundkraft für die Einheit von Seele oder Geist anzunehmen.

6.      Herbst 2007: Gottesattribute im Vergleich der monotheistischen Religonen. Attribute des Wesens Gottes können weder wie Eigenschaften einem davon noch unterschiedenen Gegenstand zugeschrieben werden noch dürfen sie sich mit der in dieser Abwehr notwendig einhergehenden personalen Figuration zu einer Vielheit von Gottheiten verselbständigen. Dieses den monotheistischen Religionen gemeinsame Formproblem des Gottesgedankens kann über das bloße Konstatieren vergleichbarer Zuschreibungen hinaus einen Einsichtsweg zeigen, der in die theologischen Erkenntnisbemühungen der jeweiligen Religionen nachhaltiger zurückzuwirken vermag als ein nur unverbindlich zur wechselseitigen Kenntnisnahme und Toleranz geführter ,Dialog der Religionen'.

7.      Weihnachten - Silvester 2007: Formbedingungen systematischer Theologie, ihre Notwen­digkeit, ihre Möglichkeit. Zum Verhältnis von Gotteserkenntnis, Systematizität und Geschichtlichkeit in Wolfhart Pannenbergs Systematischer Theologie; H.-U. v. Balthasars Vorbehalte gegen das Systemische aus dem Aufweis des Gegenläufigen und wie dieses im Austrag des Widerstreits zur Systemform selbst gehören können muß; zur Teilhabe des systematischen am interpretierenden Denken; Gottesorientierung in geschichtlichlicher Verantwortung, Einsichtswege mit Walter Kasper.

Vorausschau: 2008-2009

8.      Frühjahr/Sommer 2008: Die Würde des Menschen im politischen Denken der Renaissance-Philosophie (Pico de la Mirandola, Campanella, Gianotti u.a.)

9.      Vorosterzeit 2009: Internationales Symposion zum 900. Todestag Anselms von Canterbury.       

Leitungsteam des IThB

HomePage